mosaik-sekundarschulen
mosaik-sekundarschulen

Pädagogische Aspekte

In mosaik-sekundarschulen werden Schülerinnen und Schüler in ihren Stärken gefördert und in ihren Schwächen unterstützt, indem ein grosser Teil des Unterrichts konsequent individualisiert erfolgt. Die Forderung nach unterschiedlicher Förderung für unterschiedliche Begabungen wird mit diesem Modell in hohem Mass erfüllt. Damit entfällt die Fixierung auf einen fiktiven Klassendurchschnitt weitgehend. Individualisierung wird zum Standard und bleibt nicht nur ein Wunschziel, das in herkömmlichen Modellen oft nicht verwirklicht werden kann – aber trotz Leistungsdifferenzierung verwirklicht werden müsste!

Eigenverantwortliches und eigenständiges Lernen wird in mosaik-sekundarschulen gezielt gefördert und geübt. Die Schülerinnen und Schüler planen ihre Arbeitszeit selber und sind mitverantwortlich für ihr Vorwärtskommen. Jugendliche übernehmen gerne Verantwortung für sich selber, es stärkt ihr Selbstbewusstsein und motiviert. Motivation und Freude sind die wichtigsten Faktoren für ein erfolgreiches und nachhaltiges Lernen. Unmotivierte Schüler lernen schwer. Wir müssen alles tun, um Motivation und Freude an der Arbeit zu fördern. Übernahme von echter Verantwortung, auch gegenüber Mitschülerinnen und Mitschülern (z.B. jüngeren Mitgliedern der Lerngruppe) und die Ausrichtung des Unterrichts auf Begabungsdifferenzen sind Wege in diese Richtung.

Das Lernen in altersdurchmischten Gesamtklassen ist nicht nur organisatorische Notwendigkeit, um einen individualisierenden Unterricht überhaupt organisierbar zu machen, es ist auch eine Form, die dem natürlichen Lernen am nächsten kommt. Die Jüngeren lernen von den Älteren und manchmal auch umgekehrt. Jüngere Schüler lernen gerne von älteren, die auch gerne ihr Wissen weitergeben. Erklärende Schüler vertiefen ihre eigenen Kenntnisse und lernen so – wie so oft in Lehrmitteln gefordert – zyklisch. Schüler helfen einander in organisatorischen und administrativen Dingen, ein individualisierter Unterricht bedingt eine gute Organisation auch seitens der Schüler. Der Lehrer braucht weniger Zeit zum Einfuchsen und Kontrollieren der neu eingetretenen Schülerinnen und Schüler, da ältere Schüler einen Teil dieser Aufgaben übernehmen. Für den Lehrer ist jeweils im Sommer nur ein Drittel der Gesamtklasse neu. Er hat so mehr Zeit den richtigen Lernweg für diese neuen Schülerinnen und Schüler zu finden.

Die Jugendlichen erleben in ihrer Sekundarschulzeit verschiedene Rollen aus immer wieder neuen Perspektiven. Auch der schwache Lernende ist einmal der Drittklässler, der den Jüngeren helfen kann. Dieser Rollenwechsel ist für die Entwicklung der Jugendlichen sehr wertvoll.

Wir sind überzeugt, dass ein Zusammenfassen von gleichaltrigen, pubertierenden Jugendlichen in Jahrgangsklassen weder für das soziale Klima noch betreffend Disziplin sinnvoll ist. Eine Altersdurchmischung kann durchaus eine Problemkumulation verhindern. Auch die Integration von Schülern mit speziellen Schwierigkeiten kann besser gemeistert werden, da entsprechende
Unterstützungsmassnahmen (Schulische Heilpädagogik, Unterrichts-Assistenz) problemlos eingesetzt werden können.

Es gibt Bereiche, wo Schülerinnen und Schüler besser in möglichst homogenen Gruppen gemeinsam lernen (z.B. Fremdsprachen). Diese Bereiche werden in mosaik-sekundarschulen in einem flexiblen Kurssystem unterrichtet.

Diese Aussagen sind heute keine blosse Theorie mehr, sie werden zweifelsfrei gestützt durch die Erfahrungen der Sekundarschule Alterswilen in den vergangenen sieben Jahren.